Edelmann un Buern – Neuaufführung

Einladungsplakat   und  Bild der Darsteller

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Öllermann Thomas Uellendahl:

Einführung zum Theaterstück „Edelmann un Buern“

Guten Abend, meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Namen der Bramstedter Fleckensgilde von 1560 darf ich Sie alle heute
Abend recht herzlich hier im Kurhaustheater in Bad Bramstedt begrüßen.
Vor uns liegt ein denkwürdiger Theaterabend, auf den ich Sie mit einigen
wenigen Worten einstimmen möchte.
Alljährlich am Dienstag nach Pfingsten tanzt die Bramstedter Fleckensgilde
dreimal um den Roland. Sie tut dies in Erinnerung an die Bramstedter
Fleckensbefreiung unter der denkwürdigen Führung des Jürgen Fuhlendorf.
Der Lehrer, Heimatforscher und Organist August Kühl war es, der aus den
Geschehnissen ein Theaterstück schrieb. Ihm ist es zu verdanken, dass am
08.08.19~ die Uraufführung des Theaterstückes „Edelmann un Buern“
stattfand, dass Sie nunmehr hier gleich sehen werden. Das Stück wurde 1938
zum 30jährigen Jubiläum der höheren Privatschule ein zweites Mal auf die
Bühne gebracht. Die Schuie erhie:t in diesem Jahr de:1 (‚·!amen „Jürgen
Fuhlendorf Schule“. Das Stück wurde damals im Kaisersaal aufgeführt. Man
spielte wie auch heute Dank Ihnen vor ausverkauftem Haus. Die Aufführung
war, so berichtete die Bramstedter Nachrichten seinerzeit, ein großartiger
Erfolg.
Dem Autor war es auf hervorragende Weise gelungen, den historischen Stoff,
der sich über die Jahre 1665 bis 1695 erstreckt, volkstümlich zu verpacken
und darzustellen. Dabei verarbeitete Kühl Aufzeichnungen, die Jürgen
Fuhlendorf seinerzeit selbst erstellt hatte.
Anlässlich eines Heimatfestes wurde das Stück 1949 zum dritten und vorerst
letzten Mal aufgeführt. Vielleicht können sich einige von Ihnen ja sogar noch
an diese Aufführung erinnern.
Für diejenigen unter Ihnen, die es interessiert:
Das Stück hat sechs Bilder, die Pause ist nach dem dritten Bild!
Versetzen wir uns also gemeinsam in die damalige Zeit:
Der 30jährige Krieg und einige nachfolgende Kriege waren vorbei. Der
Landesherr, der König von Dänemark, war aufgrund der Kriege in argen
Geldnöten und das Land arg verwüstet. Bramstedt, das auch damals schon
an wichtigen Straßen lag, war mehrfach durch Einquartierungen und Überfälle
verschiedenster Truppen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.
Mehrfach wurde es geplündert und gebranntschatzt.
In seiner Geldnot stellte der König im Jahre 1665 einen Pfandbrief aus, der
dem Inhaber die Erträgnisse des Fleckens Bramstedt zusprach.
Dieser Pfandbrief über 14.000 Taler gelangte über einige Umwege schließlich
in die Hände des Grafen von Kielmannsegg, dem Eigentümer des
Bramstedter Gutshofes. Dieser wollte nun mit aller Macht Gut und Flecken
zusammenbringen und die freien Bauern unter seine Herrschaft zwingen.
Genau an dieser Stelle im Jahre 1685 beginnt unser Stück. Und wenn Sie uns
durch die fo;genden 10 Jahre Br7-~lmstedter· Geschichte begleiten, dann
machen Sie sich dabei bitte eines klar:
Jeder der Bauern gab 2/3 seines gesamten Vermögens für die Freiheit des
Fleckens Bramstedt. Dies mag uns verdeutlichen, wie außergewöhnlich und
bedeutend die Leistung dieser Bauern damals unter Leitung des Jürgen
Fuhlendorf war.
Nun aber lass ich Sie allein mit dem Herrn Grafen von Kielmannsegg. Viel
Vergnügen.

Aufstand in Bad Bramstedt!

Hamburger Abendblatt vom 16.05.2007

Aufstand in Bad Bramstedt!

Bad Bramstedt. Was zuviel ist, ist zuviel! Die Bramstedter gehen auf die
Barrikaden. Graf Kielmannsegg knechtet die Bramstedter immer ärger. Sie sollen
erst seine Ernte einbringen, dann ihre eigene. Zudem werden die Abgaben
drastisch erhöht. Doch die Bramstedter stehen im Sinne „Einer für alle – alle für
einen“ gegen den Grafen auf und erkämpfen sich 1685 unter der Leitung ihres
Fleckenvorstehers Jürgen Fuhlendorf die Freiheit.
1909 schrieb August Kühl, Kantor der Bramstedter Maria-Magdalenen-Kirche,
aus diesem Stoff das niederdeutsche Volkstück „Edelmann un Buern“. Am
Sonnabend, 26. Mai, 19.30 Uhr, hat es im Kurhaus-Theater an der
Oskar-Alexander-Straße Premiere. Auf die Bühne bringen es 19 Mitglieder der
Bramstedter Fleckensgilde. Regie führt die Lehrerin Helga Koch (55).
„Wir wollten das Stück schon lange aufführen, jetzt machen wir Nägel mit
Köppe“, sagt Reimer Fülscher (38), der den Bauernführer Jürgen Fuhlendorf
spielt. Der heutige Jürgen Fuhlendorf (57, Wirt des „Kaisersaals“) spielt als
Krog-Wirt Hartig Böge quasi sich selbst: „Wir wollen das Volksstück so
authentisch wie möglich aufführen.“
Dafür ließ sich die Gilde-Theatergruppe originalgetreue Kostüme schneidern, und
Hartmut Böttcher baute fürs Bühnenbild eine hervorragende Fotomontage alter
Bramstedter Ansichten. „Wir legen uns für weitere Theateraufführungen jetzt
einen Fundus an“, sagt Jürgen Friedrichs (52), der als Karsten Rave auf die
Bühne kommt.
Aufführungen
Premiere: Sonnabend, 26. Mai, 19.30 Uhr, weitere Vorstellung: Freitag, 8. Juni,
19.30 Uhr, im Kurhaus-Theater. Karten zu 10 Euro gibt es bei Eisenwaren
Fülscher, im Gasthof „Kaisersaal“, beide am Bleeck, und unter Tel. 04192/1594.
Der Reinerlös geht an die Gilden-Stiftung.